7.4. IP-Adressen und Netze
Das Internet ist kein zentral gesteuertes Netz sondern ein Verbund von Netzwerken, die einen gemeinsamen Standard unterstützen. Die gemeinsame Grundlage dieser Netzwerkansammlung ist das TCP/IP-Protokoll.
7.4.1. IP-Adresse
Jeder Rechner, der an das Internet angebunden ist, wird über seine IP-Adresse identifiziert. Die IP-Adresse ist eine 32-Bit-Nummer, die im allgemeinen durch vier Bytes (dezimal) dargestellt wird, die durch Punkte voneinander getrennt werden. Also z.B.
     192.168.42.1 oder 213.183.193.196

Diese Darstellung bezieht sich auf IP-Version 4 (kurz IP-V4). Auf Grund des begrenzten IP- Nummernraums und einiger weiterer technischer Rahmenbedingungen der aktuellen IP-Version wurde bereits ein Nachfolger - IP-V6 - definiert.

7.4.2. Netzwerke
Die Nummernkreise der IP-Nummern werden zu Netzwerken zusammengefasst. Ursprünglich wurde zwischen Class-A, B und C Netzwerken unterschieden.

Netzwerk
Netzwerk-Nummer
Netzmaske
Class A
10.0.0.0
255.0.0.0
Class B
172.16.0.0
255.255.0.0
Class C
192.168.10.0
255.255.255.0

Da dieses Verfahren einen sehr großen Verschnitt erzeugt hat, setzt man heute zwischen den Providern das "classless"-Routing ein. Dabei wird je Netzwerk die Anzahl der Bits angegeben, die zum Netzwerk gehören. Also z.B.

     192.168.10.0/24 oder 213.183.192.0/27
7.4.3. Routing
Alle Rechner, die an das gleiche Netzwerk angeschlossen sind, können sich direkt erreichen. Sobald mehrere Netzwerke miteinander verbunden werden sollen, ist ein Router notwendig, der weiß, was wo angeschlossen ist. Die Rechner senden alle Daten für nicht "lokale" Empfänger an dieses "default gateway". Der Router kennt i.a. wieder ein weiteres "default Gateway".
Der Mechanismus des Default-Gateways funktioniert sehr gut im Bereich von LANs. Bei ausgedehnteren Netzwerken kommen komplexere Routing-Protokolle zum Einsatz (z.B. OSPF, IS-IS oder BGP4).
7.4.4. RIPE und private Netzwerke
Die Vergabe der Netzwerke an die Provider wird durch zentrale Instanzen koordiniert. Für Europa ist hierbei das RIPE zuständig. Nur Provider und Mitglieder des RIPE können offizielle IP-Adressen beantragen. Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen erhalten ihre Adressen von ihrem Provider.
Zum Test und für private Netzwerke sind in RFC1597 verschiedene Netzwerke reserviert. Diese dürfen im Internet NICHT geroutet werden. Für lokale Tests sind diese Netze sehr gut geeignet. Reservier sind:

  •     10.0.0.0 - 10.255.255.255
  •     172.16.0.0 - 172.31.255.255
  •     192.168.0.0 - 192.168.255.255

Zusätzlich gibt es noch eine spezielle Adresse, die IMMER den lokalen Rechner betrifft. Dieses ist die 127.0.0.1. Auch diese Adresse kann nicht geroutet werden.

Auf Grund des knappen IP-V4-Adressraums vergeben die meisten Provider für Privatkunden (Dial-Up, ADSL usw.) nur dynamische IP-Adressen. D.h. bei jeder Einwahl erhält man eine andere Adresse zugewiesen. Dies reicht zwar für den Internetzugang aus, erschwert aber den Betrieb eines öffentlichen Dienstes über solche Anschlüsse ungemein.
7.4.5. Ping, Traceroute, Whois
Die Erreichbarkeit eines Rechners auf IP und Netzwerkebene lässt sich z.B. mit Werkzeugen wir "ping" und "traceroute" testen.
Mit Hilfe von "whois" lassen sich Informationen zu einem Netzwerk z.B. vom RIPE erfragen.